Das Freiwillige Ökologische Jahr beim Holz + Technik Museum (HTM)
Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) ist, ähnlich wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), ein Bildungs- und Orientierungsjahr für Jugendliche. Einsatzstellen- und Orte sind häufig Organisationen, land- und forstwirtschaftliche Betriebe, sowie Behörden im Umweltbereich. Durch ihre Tätigkeit in diesen Institutionen treten die FÖJlerinnen und FÖJler mit ökologischen Arbeitsweisen- und Themen in Kontakt.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des FÖJs sind zwischen 16 und 27 Jahre alt, zudem müssen sie ihre Schulpflicht erfüllt haben. Das Freiwillige Ökologische Jahr dauert normalerweise zwölf Monate, um es erfolgreich abzuschließen jedoch mindestens sechs. Es beginnt am 1. September und endet am 31. August des Folgejahres. Mit einem erfolgreich absolvierten FÖJ erhält man zwei Wartesemester; darüber hinaus kann man damit auch seine Fachhochschulreife anerkennen lassen.
Eine Besonderheit des FÖJs ist das demokratisch strukturierte Sprechersystem, in dem sich die Teilnehmer aus ganz Deutschland selbst organisieren. Während des FÖJs muss der oder die TeilnehmerIn fünf jeweils fünftägige Seminare besuchen, wo zusammen mit den anderen FÖJlerInnen aus ganz Hessen ökologische Themengebiete behandelt werden. Spiel, Spaß und Spannung kommen dabei aber auf keinen Fall zu kurz!
Das Holz+Technik Museum (HTM) ist seit August 2010 Einsatzstelle für FÖJ. Diese wird durch den Träger, das Naturschutzzentrum-Hessen in Wetzlar (NZH), betreut. Zudem besteht eine Kooperation mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst über das Forstamt Wettenberg. Diese Zusammenarbeit wird durch das FÖJ unterstützt. Dadurch werden dem FÖJ-Teilnehmer auch einige Einblicke im Bereich der modernen Waldbewirtschaftung ermöglicht. Die thematischen Schwerpunkte liegen jedoch in den Bereichen Waldpädagogik und Bioenergie.
Beim Freiwilligen Ökologischen Jahr im Holz + Technik Museum gibt es ein monatliches Taschengeld in Höhe von 150€, sowie einen finanziellen Ausgleich für die Verpflegung. Zusätzlich wird im Forstamtsgebäude in Wettenberg-Krofdorf eine für den FÖJler kostenlose Wohnung mit Küche, Bad und WC zur Verfügung gestellt.

Das Gatterteam des Holz + Technik Museums mit Jonas Rentrop (4. v.l.)
Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt (2.v.l) und Museumsleiter Eberhard Seidel (r.)
Als erster FÖJ-Teilnehmer im Holz + Technik Museum leistet der 20 Jährige Jonas Rentrop aus Biebertal seinen Dienst ab. Große Freude bereiten ihm vor allem die neuen Erfahrungen in den Themenbereichen Erneuerbare Energien, sowie die moderne nachhaltige Forstwirtschaft, die beide eine bedeutende Rolle im HTM spielen. Jonas Rentrop hat im Sommer 2010 erfolgreich sein Abitur auf einem Gießener Gymnasium absolviert. Im Anschluss an das FÖJ plant er ein Umweltmanagement-Studium an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.(Seit Oktober 2011 studiert er "Umwelt- und Betriebswirtschaft" am Umweltcampus Birkenfeld der Fachhochschule Trier)
Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Wartung und Pflege der Ausstellung, die Planung und Umsetzung neuer Ausstellungsstücke, die Führung bzw. Betreuung von Kinder- und Jugendgruppen im und außerhalb des Museums, sowie vieles mehr.
Darüber hinaus ist er auch als hessischer Landessprecher tätig. Dadurch setzt er sich für die Interessen und Meinungen der rund 120 hessischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des FÖJ-Jahrgangs 2010/2011auf Bundesebene ein.
Ein wichtiger Bestandteil des FÖJs ist ein weitgehend eigenständig durchgeführtes Projekt, das der Einsatzstelle auch über die Zeit des FÖJs hinaus Vorteile bringen sollte. Das FÖJ-Projekt sollte circa 10-20% der gesamten Arbeitszeit des FÖJlers in Anspruch nehmen.
Jonas Rentrop entwickelt zum Beispiel ein Marketingkonzept, bestehend aus einem Imagefilm des Museums, einem Flyer für Lehrkräfte und Pädagogen, sowie verschiedener Standpräsentationen an Schulen, um neue Schulklassen für einen Besuch des HTM mit vorgeschaltetem Besuch des Waldes anzuwerben.
Haben wir Ihr Interesse an einem Freiwilligen Ökologischen Jahr beim Holz + Technik Museum und bei Hessen-Forst geweckt? Dann schauen Sie sich doch mal auf der Homepage des Trägers des Freiwilligen Ökologischen Jahres in Hessen, dem Naturschutz-Zentrum in Wetzlar, um. Dort finden Sie auch alle wichtigen Informationen zum Bewerbungsverfahren.
Bewerbungsunterlagen können direkt beim Holz + Technik Museum eingereicht werden!
Als zweite FÖJ Leistende befindet sich seit dem 1. September 2011 Franziska Walter aus Pforzheim am Hessischen Holz + Technik Museum. Ihre Aufgaben im HTM sind die Instandhaltung und Weiterentwicklung der Ausstellung, tatkräftige Unterstützung in der Waldpädagogik, sowie bei allen anfallenden Aufgaben und Veranstaltungen. Auch begleitet sie Ihre Betreuerin zu Seminaren oder anderen außerordentlichen Veranstaltungen. Darüber hinaus hilft sie ab und zu bei Aktionen des Forstamtes Wettenberg aus.
Wie kann eine Woche am HTM aussehen?
Montag:
Als erstes muss der wöchentliche Rundgang durch das Museum gemacht werden. Hierbei schaut man ob alles noch an der richtigen Stelle steht, ob Reparaturen vorgenommen werden müssen und kümmert sich natürlich auch um die Sauberkeit der Ausstellung. Da gibt’s immer viel zu tun, schließlich sind wir ein Mitmachmuseum und kleine, wie auch große Kinder probieren gerne aus. Da heißt es nicht meckern, sondern handeln: Hobel richten, sich um die Grünbepflanzung kümmern und vieles mehr, kann aber auch schon Spaß machen.
An diesem Tag wird auch der Aschekasten der Pelletheizung nach Bedarf geleert und gesäubert.
Der Rest des Tages wird dann zumeist mit der Schüler AG draußen im Wald verbracht. Hierbei lernen die Schüler (und man selbst) mit der Heppe oder der Astsäge umzugehen, denn wir bewirtschaften so zu sagen unseren eigenen Wald.
Dienstag:
Eine Schulklasse hat sich angekündigt und bekommt eine Führung. Im Anschluss soll es „Solarwürste“ mit einem Brötchen geben. Also muss das Essen gerichtet, sowie der Sonnenofen geputzt werden.
Ansonsten steht PC-Arbeit auf dem Plan. Eine Liste heilwirksamer Materialien aus dem Wald will angefertigt und das Angebot für die Wartung zweier Mikroskope eingeholt werden. Danach wird die Hütte geputzt und aufgeräumt, denn bald findet wieder ein Dampf- und Gattertag statt. Zuvor muss aber der Seminarraum für die Jungjäger gerichtet werden. Da heißt es dann Tische und Stühle von unten nach oben zu tragen.
Mittwoch:
An diesem Morgen fährt der FÖJler mit seiner Betreuerin in die angrenzenden Wälder um verschiedene junge Bäume von den Revierförstern ein zu sammeln.
Anschließend werden diese gemeinsam für einen neuen Schauwald in der Nähe des HTM eingepflanzt. Danach arbeitet der FÖJler weiter an seiner Liste für heilwirksame Materialien bzw. setzt ein Anschreiben an Schulen für Werbezwecke auf.
Donnerstag:
Das Angebot für die Mikroskope ist da. Man klettert auf den Boden um die Verpackungen zu holen und verstaut die Mikroskope. Ansonsten wird in der Ausstellung noch einmal nach dem Rechten gesehen und die Verbesserungsvorschläge in das Anschreiben an Schulen eingearbeitet. Danach geht es an eine Neufassung unseres pädagogischen Konzeptes.
Am Nachmittag ist eine Waldführung mit Erwachsenen. Deren genauen Ablauf hat man die Woche zuvor mit der Betreuerin besprochen. Im Wald selbst verteilt man dann waldtypische Gegenstände, wie Schädel oder Felle. Ein anderes Mal spannt der FÖJler für eine Sinnesschulung Seile zwischen die Bäume.
Freitag:
Die Gruppe der Erwachsenen kommt am Vormittag ins HTM. Man selbst macht sich wieder an die PC-Arbeit. Am Nachmittag soll ein Kindergeburtstag stattfinden, weshalb man Eier beim Biobauernhof in der Nähe kaufen geht, sich Gedanken macht, was man mit den Kindern später werken will und die Bastelecke vorbereitet.
Nach der Erwachsenenführung geht man die Ausstellung noch einmal ab. Danach arbeitet der FÖJler die Verbesserungen für das Konzept ein und schaut sich im Internet nach passenden Angeboten für Schleifpapier um, denn dieses geht langsam aber sicher zur Neige.
Nun ist es auch Zeit sich an das Tischdecken und den Waffelteig für den Kindergeburtstag zu machen. Nach dem Backen von Waffeln, werken und sonstiger Verköstigung der Kleinen ist erst einmal wieder aufräumen angesagt.
So oder ganz anders kann eine Woche eines FÖJlers aussehen. Langweilig wird es einem auf jeden Fall nie und die Aufgaben und Projekte wechseln ständig.
Wichtige Links:
Homepage über das FÖJ vom Träger, dem Naturschutz-Zentrum in Wetzlar: Dort finden Sie genaue Infos zum Ablauf des Bewerbungsverfahren, sowie eine detaillierte Beschreibung der FÖJ-Einsatzstelle Holz + Technik Mueseum:
Homepage vom Forstamt Wettenberg:
http://www.hessen-forst.de/forstaemter/wettenberg_349/349_index.htm
Homepage von FÖJlern für FÖJler und Interessenten:
Homepage des Bundesarbeitskreises FÖJ: